21. Juni --- Sommeranfang 2008 in Kopenhagen
Sonne und wenig Wind zum Auftakt ließ die Idee zur Nachtfahrt aufkommen. Trotz angesagter 3 Beaufort schlief der Wind am Abend zunächst ein und kam erst am frühen Morgen wieder. Sonntag hatten wir dann mit 4 - 5 Bft. guten Wind, der uns schnell nach Kopenhagen brachte, wo wir den Montag wegen des vorhergesagten Sturms verbringen wollten.
Überfahrt der RATZ-FATZ (Bavaria 47) von Heiligenhafen zum gemeinsamen Fischessen in Burgstaaken.
Gregor am Ruder der RATZ-FATZ
Fabian bereitet inzwischen die Navigation vor.
Vor Fehmarn liegt der Rettungskreuzer.
Mit der SEA ANGEL geht es schnell von Burgtiefe nach Burgstaaken. Dort legen wir im vollen Hafen an einem Fischkutter an.
Gegen 18 Uhr treffen wir uns mit der Crew der RATZ-FATZ.
Nach gemeinsamen Fisch-Essen starten wir zusammen unsere Nachtfahrt nach Klintholm.
Mangels Wind motoren wir in die Nacht hinein. Kurz nach 22 Uhr passieren wir Staberhuk, die Südost-Ecke von Fehmarn.
Um 1:15 Uhr kreuzen wir Rödsand Rende, Einfahrtsrinne von Gedser, eine viertel Stunde später umfahren wir die rote Tonne vom Gedser Landrev und nehmen Kurs auf das 30 Seemeilen entfernte Klintholm. Nach 4 Uhr regt sich ein Lüftchen und um halb fünf ist der Motor endlich aus, wir segeln noch zwei Stunden. Ende Juni ist der Hafen recht leer, so können wir am ersten Steg in Klintholm Havn anlegen. Zwei Stunden Pause sind angesagt, dann gibt es Frühstück.
Mittlerweile ist es bewölkt. Als wir am Sonntagmorgen um 10 Uhr wieder ablegen, freuen wir uns über einen angenehmen Südwind mit 4 Bft., gewürzt mit starken Böen aufgrund der Trogausläufer eines Sturmtiefs im Norden. Zum Nachmittag dreht der Wind auf Ost und legt auf 5 Bft. zu. Mit der SEA ANGEL segeln wir mit kleiner Fock und gerefftem Groß die 50 Seemeilen und laufen bereits sieben Stunden später in Kopenhagen ein. Neben dem Hotel Admiral machen wir im Amalienhafen fest.
Am Abend genießen wir ein Menü aus Gurgen-Tomatensalat mit Kräuter-Dressing, Putenschnitzel mit Kräuterbaguette, Bananenquark mit Pfirsichsauce.
Nicht zu vergessen: In der Lobby des Hotels können wir das torreiche EM-Spiel Spanien gegen Italien sehen (4:2).
Montag verbringen wir in Kopenhagen, wandern durch die Ströget. Im SAMOS gibt es ein griechisches Mittagsbuffet für nur unglaubliche 49 DKr (ca. 7€), inklusive Salatbar und Nachtisch.
Aufgang im "Rundetaarn" (Runder Turm): Auf einer 210 m langen Rampe umkreist man die Turmmitte siebenmal, um auf die Aussichtsplattform zu kommen. Über den Dächern von Kopenhagen ist die große Sundbrücke zu sehen.
Vor dem Guiness-Museum steht eine Nach dem Abendessen vergnügen wir
Nachbildung des größten Menschen, uns an der Kleinen Meerjungfrau.
der je gelebt hat.
Dienstag ist es Zeit für die Rückfahrt. Ein sonniger Tag mit starkem Westwind bringt uns guter Stimmung schnell südwärts. Nach den Kreidefelsen müssen wir die letzten Meilen gegen den Wind kreuzen. Wir haben mit 5 Bft. etwas weniger Wind und so gelingen die Wenden schnell. Nach nur 8 Stunden und knapp 60 Seemeilen fahren wir in den Yachthafen von Klintholm ein. Der Hafen ist diesmal recht voll, aber wir dürfen am Kai vor dem Hafenbüro festmachen.
Mittwoch dreht der Wind von Südost über Ost nach Nordost, ist zunächst sehr schwach. Wir segeln trotzdem die ganze Strecke, diesmal nur 35 Seemeilen nach Gedser. Am Nachmittag frischt der Wind etwas auf, dafür wird es trüb mit geschlossener Wolkendecke.
Jonas in der "Schaltzentrale der RATZ-FATZ
Abends Vorbereitung auf das Halbfinalspiel der EM. Mit Kriegsbemalung wird das Spiel erwartet. Wir dürfen es im Clubhaus von Gedser sehen, wo ich auch Bekannten aus Tokio begegne. Deutschland gewinnt in einem hochspannenden Spiel 2 : 1 gegen die Türkei. Danach wir erst einmal der Fußboden im Clubhaus von den Chipsresten gereinigt. - Danach gefeiert.
Donnerstag scheint wieder die Sonne, der Wind ist mit Westsüdwest stabil und lässt uns mit 4 - 5 Bft. gut segeln. Da wir noch etwas Zeit bis zum Heimathafen haben, segeln wir nach Kühlungsborn. diesmal reichen zwei kleine Wenden beim Verkehrstrennungsgebiet, dann können wir unser Ziel direkt anlegen.
17 Uhr sind wir am Steg B fest, haben Zeit für Strand und Stadterkundung.
Freitag: um 11 Uhr legen wir ab zur Heimreise: 26 Seemeilen nach Burgtiefe.
Leider ist es heute wieder bewölkt mit schwacher Sicht, aber der Wind frischt mittags stark auf. Wir segeln hoch am Wind mit 6 Bft. aus Südwest.
Beliebteste Plätze beim Gegenwind sind unter der Sprayhood.
Unser Spitzenteam für Seemannschaft und Betreuung mit Hans-Peter und Christine
Eine erlebnisreiche Woche geht zuende. Mit Nachtfahrt und dank windreicher Tage haben wir insgesamt 266 Seemeilen zurückgelegt, davon über 200 Seemeilen unter Segel.
Den Gesichtern nach zu urteilen hat es allen viel Spaß gemacht trotz anfangs gelegentlichen Anflügen von Seekrankheit.
Unsere Mannschaft der RATZ-FATZ mit Skipper Friedrich und Co-Skipper Horst vor der Heimreise.